„Ich wollte was richtig Großes“, beschreibt Olaf Ebner das amerikanische Motorhome, das sich hinter ihm wie eine Festung türmt. In den USA ist der Monaco Diplomat 38A mit seinen stattlichen Maßen ein praktisches Reisemobil. Olaf erzählt uns, was ihn an der dicken „Mona“ so begeistert.

Der Koloss donnert über die Landstraße, die Hupe dröhnt zur Begrüßung, und es klingt, als wolle ein Frachter in den Hamburger Hafen einlaufen. Wenn große Wohnmobile hierzulande als „Landyacht“ bezeichnet werden, dann ist sie die Queen Mary 2: „Mona“ nennt Olaf Ebner sein amerikanisches Motorhome, einen Monaco Diplomat, liebevoll. Und Mona ist so zierlich wie ein Reisebus: vier Meter hoch, 12 Meter lang und gut 11 Tonnen schwer. Der Bauch des Ungetüms bietet eine Menge Stauraum. Gepäck, Campingstühle, zwei Stromumwandler, 370 Liter Frischwasser, eine vier Meter lange Leiter. Falls man Mona mal aufs Dach steigen muss. An der Eingangstür – natürlich – eine Klingel. Ding dong. Welcome to Ebner´s home.

Auch Innen kommt man aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Im Heck befindet sich das Schlafgemach, mit Holzschränken und Doppelbett. Unter der Queen-Size-Matratze verbirgt sich das Triebwerk des Diplomat: Sechszylinder-Turbodiesel, knapp sechs Liter Hubraum, 275 PS. Die Cummins-Maschine gilt als äußerst robust und wird auch in Baggern und LKW verbaut. Nach vorne, zum Wohnzimmer hin, durchschreitet man das Raumbad mit Viertelkreisdusche, Designerwaschbecken und Waschtrockner. Im Wohnzimmer ein Esstisch mit vier Stühlen, eine Küchenzeile und zwei helle Ledersofas, auf denen der tiefschwarze Labrador Indro abwechselnd thront. Das Besondere an Mona aber ist zweifellos der Slide-Out auf der Fahrerseite. Auf Knopfdruck werden Küche und Sofa nach außen geschoben. Mit knapp drei Metern ist das Motorhome nun so breit wie ein modernes Münchner Reihenhaus.

Der Traum vom Motorhome

Olaf Ebner wuchs in den Niederlanden auf, weil sein Vater dort beruflich stationiert war. Schon als kleiner Junge liebte er amerikanische Autos, hörte Country-Musik, trug Cowboyhüte und lernte Reiten. Er malte sich aus, wie das Land seiner Träume wohl aussehen mochte, und war überzeugt, dort sei alles größer und schöner. Denn gesehen hat er es nie. Erst im Sommer 2018, mit 54 Jahren, ist er zum ersten Mal in den USA. Und während ich diesen Artikel für eine Zeitschrift tippe, grüßt er begeistert aus dem Land der Monstertrucks und Motorhomes. Es sei so, wie er es sich vorgestellt hat. Nur noch aufregender.

Olaf wollte ein großes Reisemobil und sagt: „Mit groß meine ich nicht sieben Meter lang. Ich meine richtig groß“. Ziel erreicht. Gefunden hat er Mona bei einem Händler in Lüneburg. „Ich war noch gar nicht drin, da hat ihn Iris schon gekauft“, sagt er und lacht. Für Ehefrau Iris, 58, war Mona Liebe auf den ersten Blick. Häufig fahren die beiden gar nicht weit, steuern einen Stellplatz in der Nähe von Heidenheim an. Dort wohnen sie dann für zwei Wochen und Olaf fährt mit dem Motorrad zur Arbeit. Den Ruhestand will das Paar auf den Straßen Europas verbringen, durch Skandinavien und Russland reisen. Olaf denkt noch über einen Anhänger für sein Motorhome nach. Damit er seine Goldwing mitnehmen kann.

Oben: Im drei Meter breiten Wohnbereich kann man es auch mehrere Wochen ohne Lagerkoller aushalten.
Unten: Das geräumige Bad befindet sich in der Mitte des Motorhomes, im Heck das Schlafzimmer. Unter dem Queen Size Bett sitzt der 6-Zylinder-Turbodiesel von Cummins mit knapp 6 Litern Hubraum. 

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